Gedanken über Kunst und Künstler

 

Aus der Lebenserfahrung kennt man nur zu gut, Ebbe und Flut, sie unterliegen einer Gesetzmäßigkeit und durch Ungeduld kann man ihren Wechsel nicht beschleunigen.

 

Ideen fallen nicht vom Himmel.

 

Ein kreativer Geist geht von einer gewissen Intelligenz der Gefühle aus.

Die Barrieren im Gedächtnis weichen aus.

Die Schöpferische Vereinigung des Bewussten mit dem Unbewussten ist das, was man gewöhnlich Inspiration nennt.

 

Jeder Künstler kennt Augenblicke des Schaffens, wo etwas Anderes, Stärkeres ihm die Hand führt. Das ist „Inspiration“

Sie entsteht aus der höchsten schöpferischen Anspannung aller Kräfte.

Das Unbewusste erhebt sich aus tiefen Höhlen und unterwirft sich die bewusste Gedankenarbeit. Verbindet sich mit ihr zu einer höheren Einheit und sprengt die Türen der psychischen Routine.

 

Die verborgenen Kräfte des Organismus, die tiefsten Instinkte, der Spürsinn.

Die Vereinigung vom Bewussten und Unbewussten, des Instinktes, der die Triebfeder des Willens und die Gedanken bildet .

 

Neben allen anderen Fähigkeiten ist ein riesiges schöpferisches Vorstellungsvermögen erforderlich.

Eine der wertvollsten Eigenschaften einer solchen Vorstellungskraft ist die Fähigkeit, sich Menschen, Dinge und Erscheinungen, selbst wenn man sie niemals gesehen hat, gerade so vorzustellen, wie sie in Wirklichkeit sind.

Alle seine Lebenserfahrungen und theoretischen Einstellungen auszunutzen.

Auf diesem Wege in all seiner Konkretheit etwas entstehen zu lassen, das ist das Vorstellungsvermögen, das unbedingt notwendig ist.

 

Auszug aus: Leo Trotzki „Mein Leben“ 1929

 

Bunt gewürfelt

Bunt gewürfelt

 

Ähnlich so wie Menschen in der Gemeinschaft häufig bunt zusammengewürfelt sind, sehe ich meine Würfel.

Jeder in sich vielfältig und einzigartig; je nachdem welche Seite man betrachtet, entstehen unterschiedliche Eindrücke.

Obwohl die/der Betrachtende einen Würfel bzw. eine Konstellation der drei Würfel aus einer bestimmten Sicht wahrnimmt, sieht jede/jeder – da aus anderem Blickwinkel – etwas anderes.

Mit den Erklärungen der Dialektik wird der Blickwinkel und der unterschiedlichen Interpretation der Würfel geführt zu den unterschiedlichen Betrachtungen.

 

Zum Beispiel der politischen Geschehnisse.

 

2008 begann die größte Finanzkrise seit dem Zweiten Weltkrieg.

Viele Banken standen vor dem Bankrott. Die Staaten stützten sie mit milliardenschweren Rettungspaketen.

Dies führte zu einem massiven Anstieg der Staatsverschuldung und zu Haushaltsproblemen.
Die Steuerzahler sollen ausgerechnet an jene Banken, die die Krise verursacht haben, noch über Jahrzehnte Zinsen zahlen. Das ist absurd.
Der Staat hat keine Verantwortung, spekulative Wettgeschäfte abzusichern.
Dies ist der andere Blickwinkel.

Ein jeder trägt sein Kreuz, hat sein Päckchen zu tragen

 

Völker demonstrieren friedlich gegen die Diktatur.

Harrisburg (USA), Sellafield/Windscale (England) Tschernobyl (Ukraine) Fukushima (Japan).

Die Angst vor den Auswirkungen der Atomkraft und späteren Folgen über Jahrtausende hinaus teilen die Menschen miteinander.

Sie protestieren und demonstrieren dagegen und wünschen einen Ausstieg aus derAtomkraft.

Arbeitslosigkeit, Harz IV, Kinderarmut, Altersarmut, Schuldenbremse/Fiskalpakt, ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus), die Reichen werden reicher, die Armen ärmer.
Umverteilung von unten nach oben –nicht nur in Deutschland.

Finanzspekulationen, die Bevölkerungen zahlen. Viele Menschen in Europa und anderswo kämpfen um ein Existenzminimum.

Gewalt an Kindern, häusliche Gewalt, Mobbing, täglich in unserem Umfeld.

Kriege wegen Rohstoffen/Spekulation mit Nahrungsmitteln,
Ausbeutung der Dritte-Welt Länder.

Dürrekatastrophen.

Erdbebenopfer, politisch Verfolgte, vom Krieg geschädigte Menschen, Wirtschaftsflüchtlinge – sie alle versuchen woanders ein neues Leben zu finden oder wieder aufzubauen.

Auch Schicksale verbinden wie Straßen, jede und jeder hat sein eigenes Kreuz zu tragen oder sein Päckchen zu schleppen.

Das solidarische Vorgehen gegen die Missstände hilft, Kulturen zu verbinden und Einzelschicksale zu ertragen.

 

 

Kommunikation

 

Kommunikation

Schweigen, unterlassenes Reden, Voreingenommenheit – all dies führt zu Missverständnissen. Und zwar auf allen Ebenen.

Zwischen Partnern und Freunden, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, zwischen Staaten und Politikern, zwischen Mensch und Natur, innerhalb der  sozialen Gruppen und zwischen ihnen.

 

Konflikte werden nur gelöst, indem man miteinander redet, indem der eigene Standpunkt, die eigene Sicht dargestellt wird. Indem der andere versucht, zu verstehen, dass nicht allein seine Meinung der Mittelpunkt ist.

 

Kommunikation kann helfen, Konflikte zu lösen, sich besser zu verstehen, Kommunikation ist das Mittel, aufeinander zuzugehen, Missverständnisse zu beseitigen,

 

Kommunikation ist auch, was über die Medien zu uns gelangt.

Wie werden Information formuliert in den Zeitungen, in den Nachrichten.
Oder sind es keine Informationen, sind es Mitteilungen, hinter denen eine bestimmte politische Absicht steckt, die als Info dargestellt werden.


Wir sind am syrischen Bürgerkrieg mehr beteiligt als viele ahnen.

Zum Gesamtzusammenhang passt der Artikel in der FAZ vom 03.09.2015:
„Der Westen ist schuldig. Wie hoch darf der Preis für eine demokratische Revolution sein? In Syrien sind Europa und die Vereinigten Staaten die Brandstifter einer Katastrophe. Es gibt keine Rechtfertigung für diesen Bürgerkrieg.“

Syrien soll ausgeblutet werden. Das Land verliert mit der Flucht viele Ärzte, IT-Spezialisten, junge Menschen mit Hochschulreife oder Studium und Fachkräfte. Welche Folgen dies für die Lebensbedingungen der breiten Massen von Millionen Syrern hat, die eben nicht fliehen können, für das dortige Gesundheits- und Bildungswesen, einen späteren Wiederaufbau, spielt bei den Überlegungen unserer Regierung und der Massenmedien keine Rolle.

Wer der syrischen Bevölkerung wirklich helfen will, der muss fordern, dass die Bundesregierung endlich die Wirtschaftssanktionen aufhebt, sich konsequent für ein Ende der Waffenlieferungen an islamistische Gruppen einsetzt, ihre Botschaft in Damaskus wieder öffnet und sich aktiv als Vermittler für eine Friedenslösung einsetzt.“

Und hier sind wir wieder bei der Kommunikation. Mit der Lieferung von Waffen wird der syrischen Bevölkerung nicht geholfen. Lasst uns kommunizieren mit den Opfern des Bürgerkrieges, mit der syrischen Bevölkerung. Die weiß, wie der blutige Konflikt gelöst werden kann, welche Hilfe benötigt wird.

 

 


Die Amsel


Mehr als ein Jahr war die Amsel mein malerisches Thema.

Die Amsel, wer kennt sie nicht!

Sie betört uns mit ihrem melodiösen Gesang.

Sie gehört zu unserem alltäglichen Bild.

Und weil die Amsel so selbsverständlich ist,

nimmt man sie manchmal gar nicht richtig wahr.

 

Der neugierige Vogel, der hinter mir her hupft, wenn der Rasen gemäht wird.

Der übermütige, der im Gartenteich sich ausgiebig badet und die Federn plustert.

Der aufgeregt alarmiert, wenn Katzen in der nähe sind.

Der im Herbst meine Weintrauben wegfrisst.

Und im winter die Brekkies von den Katzen auch nicht verschmäht.

Die Amsel, die im Laub scharrt nach essbarem, als wäre sie inkognito als Huhn unterwegs.

Die Amsel, die manchmal zur Vollbremsung zwingt, weil sie im Tiefflug vor dem Auto zur anderen Straßenseite will.

 

Die Amsel ist einer der ersten Singvögel, die im Frühjahr morgens zu hören sind.

Kurz vor Sonnenaufgang beginnt sie ihr Lied, und ist auch oft spät nachmittags und abends, teilweise bis in die vollkommene Dunkelheit zu hören.

 

Einst war die Amsel ein scheuer Waldvogel. Seit Mitte des 19 Jahrhunderts hat die Amsel sich in Vororten und den Zentren der Großstädte bei uns ausgebreitet.

Sie werden in freier Wildbahn vier bis funf Jahre alt.

 

Die Amsel, ein Vogel den ich ins Herz geschlossen hab.

Und der für mich zum Inspirationsbrunnen wurde, mich künstlerisch damit auseinander zu setzen.

Die Beatles zum Beispiel haben sich musikalisch mit der Amsel auseinander gesetzt und ihr ein eigenes Lied gewidmet: " Blackbird"